Jäger, Tiere, Wilderer

May 07 14:31 2019 Nidwaldner Museum

Die vielfältige Ausstellung «Jäger, Tiere, Wilderer – Handwerk und Legenden in Nidwalden» legt den Fokus auf das Jagdhandwerk in Geschichte und Gegenwart, aber auch auf die Legenden, die darüber erzählt werden.

«Legenden entstehen oft dort, wo ein grosses handwerkliches Wissen vorhanden ist. Das Jagen setzt ein grosses Wissen und ein geübtes Geschick voraus. Das hat uns interessiert, dieses Handwerk wollen wir in der Ausstellung zeigen», erklärte Stefan Zollinger, Leiter des Nidwaldner Museums, anlässlich der Vernissage der Ausstellung in Nidwalden.

«Das Thema Jagen führt ganz direkt zu den grossen Fragen unseres Lebens, zu den Fragen nach Leben und Tod, nach Recht und Unrecht, nach Überleben und Untergehen.» Der Anlass zur Ausstellung gab das 100-Jahr-Jubiläum des Nidwaldner Patentjägervereins. Auf der Liste der lebendigen Traditionen des Bundesamtes für Kultur sind für Nidwalden verschiedene Traditionen zu finden: Neben Wildheuen, Älplerchilbi und Musikfestival-Kultur gibt es auch einen Eintrag zu den
Wilderergeschichten. Regierungsrat Res Schmid stellte in seiner Rede fest: «Wer sich in das Thema
vertieft, dem wird sehr schnell klar, dass Jäger sein sehr viel mehr bedeutet, als wilde Tiere zu erlegen; dass den Jäger ein Mythos umweht, der Geschichten von Freiheit und von Unabhängigkeit erzählt und von der direkten Berührung mit der Natur. Dieser Mythos ist alt und eng verbunden mit der Idee des Wilderns.»

Kurator Basil Rogger erklärte die Grundidee des Ausstellungskonzepts: «Jagen im Alltag, Jagen in der Natur, Jagen in Kultur und Kunst: Alle drei Dimensionen des Jagens haben in der Ausstellung ihren Ort: im Jägerstübli im Erdgeschoss, auf der Jagd im ersten Stock und im Jägerhimmel im Dachgeschoss.» Die Ausstellung frage nach Geschichte und Gegenwart des Jagdhandwerks, nach der Rolle der Jägerinnen und Jäger, nach Tötung und Verzehr des erlegten Wildes, aber auch
nach der Rolle des Gesetzes und der Gesetzesübertretung, führte Rogger weiter aus.

Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie allgegenwärtig Jagen und Wildern in unserem täglichen Leben ist, wo Spuren des Jagens in Lebensmitteln oder Gegenständen des täglichen Gebrauchs sichtbar sind oder wie wir in unserem Alltag ständig pirschen, spähen und erbeuten. Drittens schliesslich geht es um die Bedeutung des Jagens und Wilderns in der aktuellen bildenden Kunst, aber insbesondere auch in der Volkskunst, in den Jagdlegenden des Kantons Nidwalden und in ihren zahlreichen Bearbeitungen für die Bühne, das Radio oder den Film.

Weitere Informationen und Begleitveranstaltungen: www.nidwaldner-museum.ch

Ausstellung: Jäger, Tiere, Wilderer – Handwerk und Legenden in Nidwalden
Öffnungszeiten: bis 27. Oktober 2019
Mi 14-20 Uhr, Do/Fr/Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr
Ort: Nidwaldner Museum Salzmagazin Stansstaderstr. 23, Stans
Tel. 041 618 73 40