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Neue Lebensräume für Vögel im Wauwilermoos

 

Das Wauwilermoos wird für Vögel und Besuchende noch attraktiver. Neu ausgehobene Flutmulden nördlich des Reservats bieten rastenden Zugvögeln Lebensraum, und der moderne Holzturm lädt zum Beobachten ein. Mit einem kleinen Festakt übergab die Vogelwarte Sempach der Natur und der Bevölkerung diese neue Infrastruktur.

Das Wauwilermoos wird gleich doppelt beschenkt. Es erhält neue Flutmulden als wichtigen Lebensraum für Amphibien, Libellen und rastende Watvögel. Und es erhält einen neuen Beobachtungsturm, der den Besuchenden einen erstklassigen Einblick ins Reservat bietet. „Die Tiere haben die neuen Flutmulden schnell besiedelt, und die Naturfreunde nutzen den neuen Turm schon rege. Beides zeigt, dass die neue Infrastruktur einem grossen Bedürfnis entspricht“, freut sich Projektleiter Roman Graf von der Vogelwarte Sempach.

Der neue Beobachtungsturm steht am Ufer der Ron im Zentrum der Wauwiler Ebene. Die fast 7 m hohe Holzkonstruktion bietet einen fantastischen Blick über das Reservat. Von hier aus kann man die Moorlandschaft geniessen und die Natur beobachten, ohne zu stören. Der Turm ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich. Beim Bau durfte die Vogelwarte Sempach auf die Unterstützung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern zählen.

Die neuen Flutmulden schliessen direkt nördlich ans Reservat an. Dort stellte die Strafanstalt rund eine Hektare Land für extensive landwirtschaftlich Nutzung und für Naturschutzzwecke zur Verfügung. Die Mulden werden nur zeitweise mit Wasser gefüllt sein. Der Wasserstand wird über das benachbarte Pumpwerk reguliert. Temporäre Flachgewässer mit schwankendem Wasserstand sind in unserer Kulturlandschaft echte Mangelware. In ihnen leben zahlreiche Kleintiere wie die Kreuzkröte oder die Sumpf-Heidelibelle. Diese Lebensraum-Spezialisten sind heute selten und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

«Landschaftsperle» Wauwiler Ebene
Die Wauwiler Ebene ist eine weite und unverbaute Landschaft, wie es sie heutzutage im Schweizer Mittelland kaum mehr gibt. Sie steht deshalb im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Regionale Entwicklungsträger Sursee – Mittelland spricht gar von einer „naturräumlichen Landschaftsperle“. Der Kernbereich der Wauwiler Ebene ist durch die Wasser- und Zugvogelverordnung des Bundes geschützt und beherbergt das wichtigste Brutvorkommen des Kiebitzes in der Schweiz.

Dank für die grosse und breite Unterstützung
Die Schweizerische Vogelwarte Sempach dankt für die grosszügige Unterstützung ihres Engagements im Wauwilermoos. Insbesondere der Fonds Landschaft Schweiz, die Albert Koechlin Stiftung, der Lotteriefonds des Kantons Luzern, die Stiftung Yvonne Jakob und die Thurnherr-Jenny-Stiftung stellten namhafte Beiträge zur Verfügung.
Für die Realisierung entscheidend war zudem der Support durch die Justizvollzugsanstalt, die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa), den Verein Netz Wauwiler Ebene mit den Gemeinden Egolzwil, Ettiswil, Knutwil, Mauensee, Schötz und Wauwil sowie BirdLife Luzern mit seinen Natur- und Vogelschutzvereinen.

 

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Artikel verfasst von

Schweizerische Vogelwarte

Foto © Michael Schaad