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Unser Wald braucht die Jagd!

 

In vielen Regionen der Schweiz steht die Waldverjüngung zunehmend unter Druck von Wildhuftieren. Nun appelliert der Schweizerische Forstverein an Förster, Waldeigentümer, Jäger und Behörden, sich gemeinsam für die Waldverjüngung einzusetzen.

Die Wildhuftierbestände strapazieren die Waldverjüngung durch Verbiss in Teilen der Schweizer Wälder so stark, dass einzelne Baumarten ganz ausfallen. Dies ist insbesondere deshalb heikel, weil Wälder mit reduzierter Baumartenzusammensetzung schlechter auf den Klimawandel vorbereitet sind. Ist der Verlust von jungen Bäumen gar so stark, dass ganze Baumgenerationen ausfallen, sind langfristig die Stabilität der Wälder und deren Schutzfunktion wie auch andere Waldleistungen gefährdet.

Der Schweizerische Forstverein (SFV) ruft daher in seinem Positionspapier „Unser Wald braucht die Jagd!“ Jagdbehörden und Jäger dazu auf, mit der Jagd dafür zu sorgen, dass Wildhuftiere wie Reh, Rothirsch und Gämse eine natürliche und artenreiche Waldverjüngung ohne teure Schutzmassnahmen zulassen (Ganzes Positionspapier mit allen sechs Forderungen unter www.forstverein.ch). Der SFV steht klar hinter der Milizjagd im Revier- und Patentsystem. Er fordert aber, dass der Zustand der Waldverjüngung in die Abschussplanung einfliessen muss. Auch Grossraubtiere können zusätzlich einen Beitrag zur Reduktion der Wildtierbestände leisten. Doch nicht nur die Jäger werden in die Pflicht genommen. Auch Forstbehörden und Waldeigentümer sollen durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit hoher Baumartenvielfalt für verjüngungsfreundliche Bedingungen sorgen. Mit Jagd allein verjüngt sich der Wald nicht. Nur durch konstruktive Zusammenarbeit aller Akteure kann das Ziel eines Waldes, der alle Waldfunktionen erfüllt, erreicht werden. So wendet sich der SFV in seinem Positionspapier auch an die Behörden, indem er die Wichtigkeit eines aussagekräftigen Monitorings über Waldverjüngung und Wildhuftierbestände hervorhebt und klare Ziele zur Waldverjüngung und Wildbestandesentwicklung verlangt. Bereits 2015 hat die Arbeitsgruppe Wald und Wildtiere des SFV mit einem schweizweiten Überblick über den Einfluss von Wildhuftieren auf die Waldverjüngung gezeigt, dass bei der Zustandserhebung methodische Defizite bestehen (siehe SFV-Homepage).

Erfolgreiches Wald-Wild-Management – wie geht das?
Eine erste Möglichkeit für einen Austausch unter den verschiedenen Akteuren bietet das Seminar der Jahresversammlung des SFV unter dem Motto „Erfolgreiches Wald-Wild-Management – wie geht das?“ vom 24. August in Liestal. Vertreter von Wald- und Jagdseite aus Verwaltung und Politik diskutieren über gangbare Wege. Interessierte – auch Nicht-Vereinsmitglieder – sind herzlich willkommen. Mehr dazu auf der SFV-Homepage.

 


 

Schweizerischer Forstverein
Der Schweizerische Forstverein (SFV) setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1843 für die Erhaltung des Waldes und seiner Leistungen ein, damit auch künftige Generationen ihn vielfältig nutzen können. Die Mitgliedschaft beim SFV steht allen am Wald Interessierten offen. Der Verein zählt rund 800 Mitglieder.
 

 

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Artikel verfasst von

SFV, Arbeitsgruppe Wald und Wildtiere

Bild: naturpix.ch