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Selfie-Wahn im Naturschutzgebiet

 

Drei Jahrzehnte Bemühungen des Papiliorama in Belize zeigen Erfolge

Seit bald dreissig Jahren unterhält die Papiliorama-Stiftung Schutzgebiete in Belize. Ein neues Monitoring-Programm zeigt positive Resultate. Zusammen mit der Regierung und der Universität in Belize soll das Programm nun intensiviert werden.

Das Schutzprogramm im zentralamerikanischen Belize der Internationale Stiftung zum Schutz der tropischen Natur (ITCF), 1989 vom Papiliorama ins Leben gerufen, hat in den letzten Jahren erfolgreich für viele vom Aussterben bedrohte Tierarten eine geschützte Umgebung geschaffen. Die Anstrengungen in den drei Naturreservaten Shipstern, Freshwater Creek und Honey Camp haben sich gelohnt. Dank eines neuen Monitoring-Projektes lassen sich diese Erfolge erstmals empirisch nachweisen, durch eine erstaunliche Anzahl Fotos auf relativ wenig Kamera-Fallen. So wurde etwa festgestellt, dass die bedrohten Weisslippenpekaris noch immer in grösseren Gruppen in den drei Reservaten leben. Die südamerikanische Wildschweinart ist beispielsweise in Uruguay vor über 100 Jahren bereits ausgerottet worden. Die Pekaris brauchen aufgrund ihrer Lebensweise grosse und unzerstörte Wildnisgebiete, damit sie sich vermehren können. Diese finden sie in den drei Waldreservaten der Papiliorama-Stiftung. Sie bilden auch eine sehr wichtige Nahrungsbasis für grössere Raubtiere, wie Jaguar und Puma.

Bedrohte Tierarten finden Schutz
Lange wusste man nicht, wie viele Tiere in den Schutzgebieten leben und ob die Reservate erfolgreich Lebensraum für bedrohte Tierarten geschaffen haben. Letzteres wurde nun dank einer Testphase eines neuen Monitoring-Projekts nachgewiesen. Dank einer Spende konnte die Papiliorama-Stiftung die ersten 50 Kamerafallen kaufen und damit ein wissenschaftlich seriöses Monitoring-Programm aufbauen. Damit konnte die Existenz grösserer Gruppen, bis zu 100 Tiere, der Weisslippenpekaris festgestellt werden. Aber auch andere bedrohte Tierarten wie Jaguar, Puma oder viele Tapire konnten beobachtet werden. Für das Team vor Ort in Belize, aber auch für die verantwortlichen Personen im Papiliorama im freiburgischen Kerzers sind die ersten positiven Resultate enorm motivierend.

Regierung und Wissenschaftler unterstützen das Monitoring
Nun geht es darum, das Monitoring-Programm zu erweitern und flächendeckend Kamerafallen anzuwenden. Das initiale Monitoring-Programm der Papiliorama-Stiftung ist mittlerweile von der belizianischen Regierung in ein Pilot-Projekt aufgenommen worden. Dieses soll nun in Zusammenarbeit des Environmental Research Institute der Universität von Belize, der staatlichen Waldabteilung der Regierung sowie der Stiftung Papiliorama weiter ausgebaut werden. Papiliorama-Direktor Caspar Bijleveld und Zoologie-Professor Claude Fischer von der Fachhochschule Westschweiz reisen Anfang Februar nach Belize, um die bereits getroffenen Massnahmen und den Ausbau des Projektes vor Ort mit Wissenschaftlern und Regierungsvertretern zu besprechen und weitere Daten des Testbetriebs auszuwerten.
 


Shipstern im Jungle Trek in Kerzers erleben
In Kerzers können Besucher unter der Kuppel des Jungle-Treks Flora und Fauna des Shipstern-Reservats in Belize selbst erleben. Tropenwälder, Mangrovensümpfe und Weiher lassen die Besucher in die Ferne abschweifen, ohne eine lange Reise auf sich nehmen zu müssen. Begleitet werden sie dabei von frei lebenden Tukanen, Rosa Löfflern, Leguanen und zahlreichen anderen Tieren. Auch zu sehen sind spannende Arten wie der Nasenbär oder das Pekari. Eine sieben hohe Panoramabrücke erlaubt den Aufstieg in die Baumkronen und von dort aus eine atemberaubende Aussicht.
Zusätzlich bietet bietet die Papiliorama-Stiftung seit Anfang 2016 auch touristische Reisen inklusive Unterkunft, Verpflegung und organisierten Ausflu?gen im Shipstern-Reservat an. Informationen dazu gibt es bei der Papiliorama-Stiftung in Kerzers (itcf@papiliorama.ch / 031 756 04 61) oder direkt auf der Webseite www.visitshipstern.com.
 


235 Quadratkilometer geschützter Tropenwald
Das Papiliorama in Kerzers hat 1989 die Internationale Stiftung zum Schutz der tropischen Natur (ITCF) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, im zentralamerikanischen Belize ein Naturschutzreservat zu unterhalten. Das Naturschutzgebiet Shipstern umfasst eine Fla?che von 88 Quadratkilometern. Vor drei Jahren kamen zwei weitere Gebiete, das Freshwater Creek Waldreservat und der Honey Camp Nationalpark, dazu. So schu?tzt das Papiliorama heute rund 235 Quadratkilometer Tropenwald. Ein aktuelles Projekt sieht vor, einen biologischen Korridor zwischen den getrennten Gebieten schaffen. Damit ka?men noch einmal rund 150 Quadratkilometer Waldgebiet hinzu. Das ja?hrliche Budget fu?r das Engagement in Belize betra?gt rund 320’000 Franken und wird durch das Papiliorama selber, die symbolische Adoption von Tropenwald durch Papiliorama-Besucher und andere Spenden gesichert.

 

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Weitere Informationen

 

Artikel verfasst von

Stiftung Papiliorama