Warmes Fell – schicker Pelz

Aug 27 10:55 2012 Schloss Landshut

An den kommenden Veranstaltungen im Schloss Landshut sind Wissen und Unterhaltung gross geschrieben. Um Pelz, Fell und wilde Biester geht es an der nächsten Abendführung am 30. August.

Als die Häuser noch nicht mit Zentralheizungen ausgestattet waren und es noch kein Gore Tex und keine Daunenjacken gab, musste der Mensch sich auf andere Weise gegen die kalte Jahreszeit wappnen. Zum Schutz gegen Kälte und Nässe dienten Felle von ganz unterschiedlichen Tierarten, darunter jene der wild lebenden Biber, Bären, Wölfe oder Dachse.

Heute ist das Tragen von Pelzen in vielen Kreisen verpönt, doch während Jahrhunderten galt es als schick und nobel, und über Jahrtausende waren Felle gesuchte Wärmespender.
Haare bilden charakteristische Teile der Körperbedeckung von Säugetieren. In ihrer Summe bilden sie das Haarkleid, das Fell. Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Wärmeisolation des Körpers gegen Kälte. Jede Tierart besitzt ein arttypisches Fell, das nicht nur schützt, sondern auch ein charakteristisches Aussehen hat. Nur ein Säugetier – zoologisch betrachtet – kleidet sich mit nicht arteigenem Haarkleid, der Mensch. Das Fell diente während langer Zeit und bei vielen Völkern als Schutz gegen Wärmeverlust. Der Mensch mass und misst dem Fell aber auch eine weitere Bedeutung zu, das Aussehen. Verarbeitetes Tierfell wird eingesetzt zur Abgrenzung gegen die Mitmenschen, es wird Statussymbol und Modeartikel.
Unter den Fellen, welchen der Mensch eine besondere soziale und wirtschaftliche Bedeutung beimass, fungieren diejenigen der Marderartigen, Hermelin, Nerz und Zobel.

Im 19. Jahrhundert war mit Pelzhandel sehr viel Geld zu verdienen. Das aufstrebende Europa war begierig nach Pelzen aller Art, denn der einheimische Wildbestand war durch die intensive Bejagung, ausgelöst durch die immer grössere Nachfrage, stark zurückgegangen. Grosse Mengen Pelze wurden aus Russland und aus Nordamerika eingeführt.
An der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten waren das Regiment von Wattenwyl und das Regiment de Meuron stationiert, um in der unüberschaubaren Wildnis die Grenzen zu sichern. Unter den Schweizer Söldnern in diesen Regimentern befanden sich auch junge Männer aus unserer Region: Die beiden Söhne des Landschreibers von May von Landshut. Auf diese Weise kamen die Schweizer Söldner in Kontakt mit Indianerstämmen und Pelzhändlern, von denen sie unschätzbare Informationen über die Jagd und die Verarbeitung der Felle bekamen.

Was ein Fell ist, wie es haltbar gemacht wird, welche Probleme mit seiner Gewinnung verbunden sind und wie es in den vergangenen Jahrhunderten über Kontinente hinweg gehandelt wurde, erläutern Peter Lüps und Barbara Kummer an der Abendführung vom 30. August.