UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona

Dec 12 13:18 2012 UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona

Die Region des UNESCO-Welterbes Tektonikarena Sardona erfreut sich bei in- und ausländischen Gästen und Touristen wachsender Beliebtheit. Seit das Welterbe-Komitee der Gebirgslandschaft rund um den Piz Sardona die Auszeichnung „UNESCO-Welterbe“ verliehen hat, hat sich die Wahrnehmung der einzigartigen Naturphänomene deutlich verstärkt. In einer Umfrage der IG Tektonikarena Sardona zeigten sich die touristischen Leistungsträger im Gebiet des Welterbes und des Geoparks Sardona überzeugt, dass der Bekanntheitsgrad noch stark steigen und die Region davon profitieren wird.

Auf ihrer Tour durch Schweizer Welterbe-Stätten sind im vergangenen Sommer erstmals internationale Welterbe-Touristen in den Genuss dieses eindrücklichen und imposanten Naturerlebnisses gekommen. Der Geschäftsführer von UNESCO Destination Schweiz, Matthias Nutt, der die Schweizer Welterbe insgesamt touristisch vermarktet, schaut auf eine erfreuliche Saison zurück: „Das neue RailAway Angebot kam gut an und wir werden es 2013 weiterführen. Auch das Swisstrails-Angebot lief erfreulich gut, sodass wir unsere Zusammenarbeit verstärken werden. Wenn die Bekanntheit und die Präsenz in der Region steigt, profitiert nicht zuletzt die lokale Wirtschaft.“

Spannende Exkursionen im Sommer 2012
Im Sommer haben die im Jahr 2011 ausgebildeten GeoGuides Sardona erstmals Touren und Exkursionen angeboten. Sie sind Experten darin, die Werte des Welterbes fachkundig zu vermitteln und dessen Faszination weiterzutragen. Für die Ausbildung der GeoGuides ist der Verein Geopark Sardona zuständig. „Neben der Grundausbildung gibt es Vertiefungstage mit Erfahrungsaustausch, denn uns ist eine hohe Qualität der Ausbildung wichtig“, erklärt Kaspar Marti vom Verein Geopark Sardona. Die GeoGuides bieten thematische Führungen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad an. „Unsere Führungen werden sowohl von einheimischen wie auch auswärtigen Gruppen gebucht“, bemerkt GeoGuide Ueli Bär. „Wir gehen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gruppen ein. Je nach Herkunft und Vorlieben einer Gruppe stellen wir das Programm zusammen und setzen unterschiedliche Schwerpunkte“.

Positive Stimmen vom Walensee bis Cassons
Die Geschäftsstelle der IG Tektonikarena Sardona befragte auch weitere touristische Leistungsträger in der Welterberegion nach ihrer Einschätzung und den Erfahrungen der Saison 2012. Für Björn Caviezel, CEO der Ferienregion Heidiland, „ist das Potenzial des UNESCO-Welterbes Tektonikarena Sardona riesig und in unserer Region noch lange nicht vollends ausgeschöpft. Deshalb haben wir das vom Geopark Sardona initiierte NRP-Projekt „Sardona-Aktiv“ jederzeit unterstützt. Wenn der Kanton dieses Projekt bewilligt, wird es möglich sein, die Aufmerksamkeit der Besucher vermehrt auf dieses einzigartige Weltnaturerbe zu lenken und damit das Potenzial der Tektonikarena Sardona zunehmend zu nutzen.“

In der Ferienregion Flims Laax Falera hat die Natur und damit das Welterbe einen hohen Stellenwert. Bei Bahnbetrieb werden von Anfang Juli bis Ende Oktober auf Cassons jeden Sonntag zwei Führungen mit zertifizierten GeoGuides Sardona angeboten. „Diese Führungen sind sehr gut besucht, genaue Zahlen sind jedoch noch nicht verfügbar, da wir eben erst die Saison abgeschlossen haben“, erläutert Marc Woodtli, Produktmanager und zuständig für das Sommerangebot. „Wir werden diese kostenlosen Führungen auch im nächsten Jahr wieder anbieten“, ergänzt er. „Zudem wurde auf Cassons ein einmaliges, 20 Meter langes Fotopanorama inklusive Informationstafeln zum UNESCO-Welterbe erstellt. Jetzt können sich die Gäste noch besser über die Berge und die geologischen Besonderheiten der Region informieren. Durch die Informationen der GeoGuides vor Ort und dem sehr informativen Welterbe Prospekt nimmt die Bekanntheit des Welterbes jährlich zu.“

Ein reges Interesse verzeichnet auch Maya Kobi vom Tourismusbüro Elm: „Die Gäste interessieren sich für das Welterbe. Fragen sie mich im Tourismusbüro danach, empfehle ich eine geführte Tour mit einem GeoGuide Sardona oder verweise sie auf unser Besucherzentrum, das wir dieses Jahr neu eröffnet haben und das den Gästen gratis offensteht. Regelmässig lese ich neue Einträge im Besucherbuch. Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv und besonders freut mich, dass im Besucherzentrum viele Schulklassen anzutreffen sind“ führt die Leiterin von Elm Tourismus aus. „Die von den GeoGuides geführten Touren dürften noch mehr gebucht werden. Sie eignen sich besonders für Vereins- und Gruppenausflüge“. GeoGuide Ruedi Zuber wünscht sich noch mehr Publizität für diese Touren: „Im letzten Sommer konnte ich von meinen sieben unterschiedlichen Angeboten vier durchführen. Die attraktiven Wanderungen müssten noch bekannter werden“.

Markant mehr Gäste in den Hütten
Der Hüttenwart der Spitzmeilenhütte verzeichnete markant höhere Gästezahlen. “Die Besucher zeigen sich beeindruckt von den geologischen Phänomenen und den Naturschönheiten. Gäste aus der Schweiz entdecken die Region neu und auch Gäste aus dem Ausland werden dank der UNESCO-Auszeichnung auf die Region aufmerksam“, hält er fest. “Wir hatten eine Berner Familie bei uns, die unsere Gegend noch nicht kannte, ganz begeistert war und auf jeden Fall wiederkommen will. Erfreulich ist, dass die Beachtung seit der Verleihung der UNESCO-Auszeichnung offensichtlich zugenommen hat.“ Und Reini Feldner von der Segnespass-Lodge doppelt nach: „Wir liegen im Herzen der Tektonikarena Sardona und die Welterbe-Auszeichnung ist für uns ein absoluter Glücksfall. Wir haben die Übernachtungszahlen in den letzten Jahren verdreifacht; dies liegt zum Einen am Interesse für das Welterbe und anderseits am allgemeinen Trend zum Wandern“.

Mit der Vergabe der UNESCO-Welterbe Auszeichnung wurden die Gebirgszüge rund um die Sardona-Gruppe in den Kantonen St. Gallen, Glarus und Graubünden international bekannt. „Hier sind die vielfältigen tektonischen Vorgänge, die zur Entstehung der Alpen führten, in einer einzigartigen Naturlandschaft gut sichtbar“ erklärt Harry Keel, Geschäftsführer der IG UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona und ergänzt: „Wir stellen deutlich fest, dass sich Bevölkerung und Gäste jetzt mehr für diese Phänomene interessieren. Zur grösseren Aufmerksamkeit tragen auch neue und attraktive Angebote im Bereich Bildung und Tourismus bei“. Ob mit dem Geo-Schiff auf dem Walensee, bei einer Führung mit einem GeoGuide Sardona oder auf dem Sardona-Welterbe-Weg, es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Welterbe zu erkunden. Touristische Leistungsträger aus der Region können für die Vermarktung solcher Angebote den Lizenzvertrag nutzen und damit ihre Wertschöpfung und die Attraktivität für die Gäste steigern.

Bildung, Präsenz und Information
Als einmaliger Zeuge wichtiger erdgeschichtlicher Prozesse ist das Welterbe Sardona ein überregional bedeutsames Geo-Bildungsgebiet von grossem pädagogischem und wissenschaftlichem Wert. Kinder und Jugendliche sollen von den zukünftigen Bildungsangeboten besonders profitieren. Barbara Zweifel, Geschäftsführerin des Naturzentrums Glarnerland dazu: „In unseren Ausstellungen zu wechselnden Naturthemen betreuen wir regelmässig Schulklassen. Die Kinder lassen sich auch für geologische Themen begeistern und wir sehen grosses Potenzial, sie für die lokale Geologie zu sensibilisieren“. Als besonders wertvoll erachtet sie Materialien und Spiele, die auf Familien mit Kindern zugeschnitten sind.

Die Besucherzentren sind zentrale Bildungs- und Informationsstandorte. Nach dem Besucherzentrum Glarnerland werden zur Zeit geeignete Standorte für ein Besucherzentrum im Kanton St. Gallen geprüft. Bis im Frühjahr 2013 will die zuständige Arbeitsgruppe Vorschläge dazu präsentieren. Im Kanton Graubünden könnte ein Besucherzentrum in Flims zu stehen kommen.

Die Webseite wurde übrigens kürzlich überarbeitet und neu gestaltet. Sie informiert umfassend über das Welterbe und den Geopark Sardona.