Projekt Rothirsch in der Ostschweiz

Feb 19 14:30 2014  

Ein interkantonales Forschungsprojekt der Fachhochschule Wädenswil soll Grundlagen liefern für den Umgang mit dem Rothirsch und eine effiziente Jagdplanung.

Seit wenigen Jahren können in der Rheinebene bei Gams, Grabs und Sennwald im Winter grosse Rothirschrudel sogar tagsüber beobachtet werden. Dadurch geraten sie vermehrt in den Fokus des Forstes, der Landwirtschaft, der Bevölkerung und der Politik. Und es werden Fragen aufgeworfen.

Projekt "Rothirsch in der Ostschweiz"
Im Auftrag der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden sowie dem Bundesamt für Umwelt führt die Fachhochschule Wädenswil das Projekt "Rothirsch in der Ostschweiz" durch. Es startete im Herbst2013 und ist auf vier Jahre angelegt. Die Resultate dienen als wertvolle Grundlagen für einen zielgerichteten Umgang mit dem Rothirsch und eine effiziente Jagdplanung über die Kantonsgrenzen hinweg.

Leben mit den Hirschen
Mit Hilfe neuester GPS-Technologie beobachten die Forschenden etwa 30 Rothirsche in den Kantonen Appenzell und St.Gallen und zeichnen deren Wanderungen, Pulsraten und Körpertemperaturen auf. Im Weiteren wird untersucht, welches Nahrungsangebot die Lebensräume bereit halten und wie es vom Rotwild genutzt wird. Diese Analyse soll Erkenntnisse zum Einfluss auf den Wald und wirkungsvolle Lenkungsmassnahmen bringen. Die vom Rothirsch besiedelten Regionen werden auch vom Mensch intensiv genutzt. In ausgewählten Gebieten wird beobachtet, wie die Wildtiere auf menschliche Einflüsse reagieren. Gleichzeitig werden verschiedene Vorkehrungen für ein konfliktarmes Zusammenleben getestet.


Newsletter 1/2014

Die Falle wäre bereit
Um grössere Gruppen von Rothirschen einzufangen und mit Sendern und Ohrmarken zu versehen, wurde eine rund 25 m2 grosse und 3 m hohe Falle aus Holz gebaut. Die einzelnen Module können an den vorgesehen Standorten einfach zusammengesetzt werden. Infolge der milden Witterung zogen die Rothirsche jedoch nicht wie erwartet in tiefere Lagen und die Falle kam noch nicht zum Einsatz.

Schlaf, Hirschlein, schlaf…
Während des Projektverlaufs sollen innert drei Fangsaisons bis zu 30 Hirsche besendert werden. Bis heute sind drei weibliche und ein männlicher Rothirsch mit Sendern ausgestattet und markiert worden. Die Tiere wurden im Obertoggenburg, in Appenzell Innerrhoden und im Werdenberg gefangen.
Um die Rothirsche zu besendern und zu markieren sowie für die Platzierung einer Pansensonde, werden die Tiere mit einem Betäubungsmittel immobilisiert. Der Beschuss mit dem Betäubungsgewehr stellt die Wildhüter vor grosse Herausforderungen, denn die sicheren Schussdistanzen für das Narkosegewehr messen lediglich 20 bis 25 Meter. Um die Besenderungsaktionen bei optimalen Bedingungen durchführen zu können, müssen zudem die Teams kurzfristig einsatzbereit sein.

SMS vom Rothirsch
Die Sendehalsbänder erheben kontinuierlich die GPS-Positionen der besenderten Tiere und schicken die Daten per SMS an das Forschungsteam der ZHAW.

Der Newsletter des ANJF SG informiert periodisch über Aktualitäten und Fortschritte im interkantonalen Telemetrieprojekt Rothirsch in der Ostschweiz.