Bleibt der Wald zugänglich?

Waldzugänglichkeit
May 15 14:54 2013 Arbeitsgemeinschaft für den Wald

Gemäss neusten Umfrageergebnissen1 gehen fast 94% der Schweizerinnen und Schweizer regelmässig in den Wald. Jogger, Biker, Spaziergänger, Reiter, Hundehalter, Pfadfinder usw. nutzen den Wald zur Erholung und als Freizeitarena. Dies kann zu Konflikten der Waldbenutzer mit den Waldbesitzern, mit der Waldbewirtschaftung oder mit dem Umweltschutz führen. Auch innerhalb der Nutzergruppen kann es zu Konflikten kommen.

Die Waldzugänglichkeit ist im Art. 699 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches sowie im Bundesgesetz über den Wald geregelt. Die allgemeine Zugänglichkeit zum Wald ist in der Schweizer Bevölkerung tief verankert. Sie ist aber nicht (mehr) unumstritten. Im Entwurf zum neuen Berner Waldgesetz beispielsweise war vorgesehen, ein allgemeines Bike- und Reitverbot im Wald einzuführen. Angesichts der breiten Opposition verzichtete die Kantonsregierung dann aber auf eine Verschärfung der Bestimmungen. Auch die Idee einer Waldvignette für Biker und Reiter, die im Jahr 2012 von den Berner Waldbesitzern lanciert wurde, löste eine heftige Debatte aus (inzwischen kann auf der Website der Berner Waldbesitzer eine freiwillige Waldvignette gekauft werden).

In den letzten Jahren haben viele Kantone Naturschutzprogramme für den Wald erarbeitet. Waldreservate, Wildruhezonen, Wildtierkorridore usw. werden ausgeschieden. All diese Instrumente haben einen Einfluss auf die Waldzugänglichkeit.

Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen:
• Wer darf den Wald nutzen, in welchem Umfang und zu welchem Preis?
• Wo gibt es Grenzen und wie werden diese interpretiert? Wo liegt das Problem?
• Ist das freie Betretungsrecht noch zeitgemäss? Wo stehen wir heute?
• Wohin geht die Reise? Wie sollen die Wälder künftig genutzt werden?

Um diesen und ähnlichen Fragen auf den Grund zu gehen, organisiert die Arbeitsgruppe Freizeit und Erholung im Wald der AfW zusammen mit dem Schweizerischen OL-Verband (Swiss Orienteering) eine Veranstaltung, in welcher verschiedene Positionen zum Thema «Waldzugänglichkeit» zur Sprache kommen und diskutiert werden.

Konzept und Ziele der Veranstaltung
Auf einem Rundgang durch den «Steppberg-Wald» unter der Leitung von Stadtoberförster Kurt Steck erhalten die TeilnehmerInnen einen Eindruck verschiedener Waldfunktionen und Einrichtungen im Wald. Danach zeigen InteressensvertreterInnen in einem Kurzreferat ihre Position zum Thema «Waldzugänglichkeit» auf.

Nach den Referaten besuchen die TeilnehmerInnen den «Steppberg» noch einmal und diskutieren einige Punkte aus den Referaten. Ziele der Veranstaltung:
• Auslegeordnung und Erfahrungsaustausch zum Thema «Waldzugänglichkeit»
• Beleuchtung des Themas aus unterschiedlichen Gesichtspunkten
• Erörterung von Problemen und Lokalisierung von Handlungsfeldern
• Vernetzung und Austausch unter den Organisationen und TeilnhemerInnen


Referentinnen und Referenten

  • Kurt Steck, Stadtoberförster von Rheinfelden: Rundgang durch den «Steppberg-Wald»
  • Marcel Murri, Abteilung Wald Kanton Aargau: Überblick zum Thema «Waldzugänglichkei» aus Sicht des Kantons Aargau
  • Stefan Flückiger, Geschäftsleiter der Berner Waldbesitzer: Referat zum Thema «Waldvignette» aus Sicht der Waldbesitzer
  • Thomi Wiederkehr und Hubi Guthauser, bike point Zeiningen GmbH: «Waldzugänglichkeit» aus Sicht der Biker
  • Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin BirdLife Aargau – Natur- und Vogelschutz: «Waldzugänglichkeit» aus Sicht der Natur- und Vogelschützer
  • Hansjörg Steck, Vorstandsmitglied und Kartenchef des OLK Fricktal: «Waldzugänglichkeit» aus Sicht der OL-Läufer
  • Regula Estermann und Jörg Wermelinger, Pferdesportverband Nordwest: «Waldzugänglichkeit» aus Sicht der Reiter
  • Pietro Cattaneo, Schweizer Wanderwege: «Waldzugänglichkeit» aus Sicht der Wanderer
  • Ernst Omlin, Jagdobmann: Statement