30. Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz 2015

der Binding-Preis 2015 geht nach Frankreich
Nov 25 11:37 2015 Binding Waldpreis

Der Grosse Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz des Jahres 2015 wird mit dem Anliegen des Erhalts der biologischen Vielfalt in Europa verbunden und geht nach Frankreich. Der 30. Grosse Binding Preis für Natur- und Umweltschutz 2015 geht an eine Persönlichkeit, die sich für das Europäische Naturerbe äusserst verdient macht.

Prof. Dr. Dominique Richard, Paris, vom European Topic Centre for Nature Conservation, setzt sich für die naturschutzrechtlichen Festlegungen der EU in Form der NATURA 2000-Gebiete für die Erhaltung der biologischen Vielfalt Europas ein. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet Schutzgebiete zu benennen, in denen die Habitattypen in gutem Erhaltungszustand gesichert werden sollen. Das NATURA 2000 Netzwerk umfasst heute über 27'000 Gebiete mit einer Gesamtfläche von mehr als einer Million km², was der 25-fachen Fläche der Schweiz entspricht. Damit sind in den EU-Staaten 15% ihrer Landesflächen als EU-Schutzgebiete ausgewiesen. Dominique Richard ist eine Schlüsselperson in der fachlichen Umsetzung der Naturschutzdirektiven.

Anfangs November 2015 wurden zum 30. Mal nach dem Willen der Stifter Sophie und Dr. Karl Binding die Binding-Preise für Natur- und Umweltschutz für hervorragende Leistungen im Natur- und Umweltschutz im Liechtensteinischen Gymnasium im Beisein von rund 300 geladenen Gästen vergeben, darunter Regierungsvertreter aus Vorarlberg, Graubünden und Liechtenstein sowie der Parlamente der vier Gebietseinheiten, der Zivilgesellschaft, des Natur- und Umweltschutzes aus den Gebietskörperschaften im Alpenrheintal.

Neben dem mit CHF 50'000.- dotierten Hauptpreis stehen im Jahre 2015 zusätzlich je CHF 10'000.- für vier weitere Binding-Preise innerhalb der vier Gebietskörperschaften im Alpenrheintal zur Verfügung:

• Stadt Maienfeld (GR) für die Erhaltung der Alt-Eichenallmend
Oberhalb des Städtchens Maienfeld findet sich im Gebiet zwischen dem Heidibrunnen bis zum Restaurant Heidihof ein parkartik strukturierter mehrhundertjähriger lockerer Eichenhain. Diese Eichen stocken auf mageren Trockenwiesen von nationaler Bedeutung. Diese nachhaltige pflegerische Leistung der Stadt Maienfeld sorgt mit dem Zweckverband Falknis mit dem Instrument einer Patenschaft für die nötige Verjüngung. Ein kleines Informationszentrum vermittelt die nötige Umweltinformation.

• Turtle Foundation Liechtenstein
Diese grenzüberschreitende Institution blickt auf ein längeres Wirken zum Schutz der Meeresschildkröten in den zwei Schwerpunktgebieten Indonesien und Kapverden zurück, wo Schutzstationen und Bevölkerungsinformationen betrieben werden. Für Liechtenstein ist es ungewöhnlich, dass sich mit Dr. Frank Zindel ein Jurist und Treuhänder für den internationalen Artenschutz als Präsident der Turtle Foundation in der Schweiz sowie in Liechtenstein einsetzt. Mit der Preiszuerkennung soll auf dieses Wirken aufmerksam gemacht werden.

• Waldkinder St. Gallen
Der Verein Waldkinder St. Gallen ist ein schweizerischer Pionier der Naturpädagogik. Er eröffnete den ersten Waldkindergarten der Schweiz und erweiterte ihn zur Waldschule. Ebenso wurde ien Weiterbildungsprogramm in die Wege geleitet. "Waldkinder" bauen nachweislich eine starke Beziehung zu rNatur auf, die auch andere Lebensbereiche durchdringt. Die Aktivitäten werden ausschliesslich privat finanziert. Ein St. Galler Forum für Waldkinderpädagogik rundet die Aktivitäten ab.

• Mag. Christiane Machold und Dipl. Geograf Katrin Löning für das Programm "Naturvielfalt in der Gemeinde" im Vorarlberg
Für Agglomerationsbewohner ist der Zugang zur Natur Teil der Lebensqualität. Das siet 2008 ständig betriebene Programm der Vorarlberger Landesregierung hilft mit einem Team von NaturschutzberaterInnen im Einsatz für mehr Natur in der Siedlung. Das Projekt ermöglicht individuelle Beratung, Vernetzung mit organisiertem Erfahrungsaustausch, Bereitstellung von Informationen und ein praxisorientiertes Bildungsprogramm. Derzeit sind 30 Gemeinden beim Naturvielfalt-Programm dabei. Christiane Machold von der Abteilung Umweltschutz der Vorarlberger Landesregierung und Katrin Löning vom Österreichischen Ökologie-Institut koordinieren dieses Projekt.
 




Der Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz will seit 1986 nach dem Willen der inzwischen verstorbenen Preisstifter Sophie und Dr. Karl Binding aus Schaan (Liechtenstein) den Natur- und Umweltschutz als Daueraufgabe fördern helfen. Der Preis wird Persönlichkeiten verliehen, die sich in ausserordentlichem Masse beispielhaft für diese Ziele einsetzen. Der Grosse Binding-Preis ist mit CHF 50'000.- dotiert. Neben dem Hauptpreis werden vorwiegend regional abgestützte Binding-Preise mit je CHF 10'000.- vergeben.

Bekannte Preisträger des Grossen Binding-Preises sind der verschollene Öko-Aktivist Bruno Manser, der sich für den Regenwald und seine Bewohner in Borneo einsetzte, der "grüne" Patriarch Bartholomaios I von Konstantinopel, das Oberhaupt der orthodoxen Weltkirche und Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Leiter der UNO-Weltbehörde in Nairobi wie der Empfänger des alternativen Nobelpreises 2010 Bischof Erwin Kräutler im brasilianischen Amazonas.