Bärensicher

Ein Verpflegungsposten, der für Bären nicht zu knacken ist
Sep 13 12:42 2016 Parc Ela

Die Heidihütte auf dem Maiensäss Falein oberhalb Filisur wird zum Verpflegungsposten: Dort ist seit Sonntag der erste „Post da marenda“ im Parc Ela in Betrieb. Der Verpflegungsposten bietet ein ausgewähltes Sortiment an Getränken sowie Alp- und Hofprodukten in Selbstbedienung. Ausschliesslich für Menschen: Die massive Holzhütte ist so konstruiert, dass künftig ein Bär nicht an den eingebauten Kühlschrank herankommen kann.

Der erste „Post da marenda“ befindet sich direkt bei der Heidihütte und ist insbesondere auch für Familien, die den neuen Heidi-Rundweg begehen, ein willkommenes Zusatzangebot. In den Jahren 1952/54 war die Maiensäss-Siedlung Falein mit der Heidihütte der Familie Schutz-Jenal Drehort des ersten Schweizer Heidifilms. Neu verkaufen Gina und Wolfgang Schutz neben dem „Heidi-Zvieri“, den sie im Sommer jeweils am Mittwochnachmittag bei der Heidihütte servieren, von Mitte Juni bis Ende Oktober täglich Spezialitäten aus dem Parc Ela in der Post da marenda.

Energie-autark und Bären-sicher
Die „Post da marenda“ besteht aus einer massiv gebauten Holzhütte aus heimischem Holz, welche die Uffer AG in Savognin im Auftrag des Vereins Parc Ela entwickelt und gebaut hat. Zwei Vorgaben hatten die Holzbauer zu erfüllen: Der Post da marenda sollte von vornherein bärensicher konstruiert sein und auch ohne Netzanschluss energie-autark betrieben werden können. Darum weist die Konstruktion keine Angriffspunkte auf und ist mit einer 2-Weg-Verriegelung ausgestattet, so dass sie für einen Bären kaum zu knacken ist, wie der als Berater beigezogene Bärenexperte Mario Theus erklärt. Der eingebaute Kühlschrank wird auf Falein mit Wasserkraft betrieben. Der Post da marenda ist aber so konzipiert, dass je nach Standort auch ein Photovoltaik-System eingebaut werden kann.

In Falein sammelt der Verein Parc Ela diesen Sommer erste Erfahrungen. „Wir möchten an ausgewählten, gut frequentierten Standorten auf Alp- und Maiensässstufe zusammen mit interessierten Partnern weitere Post da marenda bereitstellen, wenn in grösserer Fussdistanz nicht bereits ein Verpflegungsangebot besteht", erklärt Parc Ela-Projektleiterin Irene Schuler. Der Standort bei einer bewirtschafteten Alp oder auf einem Maiensäss erlaubt eine einfache Bewartung, bietet den Betreibern einen kleinen Zusatzverdienst und den Gästen eine willkommene Verpflegungsmöglichkeit.

Bild: Wolfgang und Gina Schutz, Irene Schuler, Verein Parc Ela und Max Barandun, Bauleiter, vor dem neu eröffneten post da marenda. © Vrena Crameri.