Public Viewing live aus der Fledermauskolonie

Jun 04 11:30 2018 Stiftung Fledermausschutz

Den Tag verbringen sie kopfüber schlafend im Kirchturm. Aber nach Sonnenuntergang kommt Leben in die Fledermauskolonie, denn die Mausohren machen sich bereit für den Abflug zur nächtlichen Insektenjagd. Was sich dabei im Dachstock des Turmes abspielt und wie die Fledermausmütter sich von ihren Jungen verabschieden, kann man diesen Sommer an 5 verschiedenen Standorten live erleben. Hochempfindliche Infrarot-Videokameras liefern faszinierende Bilder aus der Kinderstube einer Mausohrkolonie und erlauben einen Einblick in das heimliche Leben unserer nächtlichen Flatterer.

Die Stiftung Fledermausschutz organisiert zusammen mit lokalen Partnern öffentliche, kostenlose Live-Übertragungen aus Fledermauskolonien. Bei diesem eindrückliche Naturschauspiel kann der Zuschauer beobachten, wie die Mausohren aus dem Tagesschlaf erwachen, ihre Jungen säugen, sich sorgfältig putzen, untereinander interagieren und anschliessend losfliegen.

Mittels im Dachstock installierter Infrarot-Kameras werden diese einmaligen Bilder aus den Kolonien des Grossen Mausohrs direkt auf eine Grossleinwand ausserhalb des Gebäudes projiziert und von Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten und Marcel Fierz, dem Projektleiter der Fledermaus-Liveübertragungen bei der Stiftung Fledermausschutz, kommentiert.

Ein fantastisches Erlebnis und ein seltener Einblick in die sonst heimliche Welt der Königinnen der Nacht!

Public Viewing live aus den Kolonien des Grossen Mausohrs:

  • Buttisholz LU (Wallfahrtskappelle St. Ottilien), Samstag, 23. Juni 2018 ab 20:30 Uhr
  • Burgdorf BE (Kirchbergstr. 47),  Freitag, 29. Juni 2018 ab 20 Uhr
  • Steinen SZ (Pfarrkirche St. Jakob), Samstag, 30. Juni 2018 ab 21:00 Uhr
  • Eglisau ZH (Reformierte Kirche),  Freitag, 6. Juli 2018 ab 21.15 Uhr
  • Laax GR (Pfarrkirche), Samstag, 7. Juli 2018 ab 21 Uhr

Die Fledermausweibchen des Grossen Mausohrs (Myotis myotis) ziehen im Sommer ihre Jungen in Dachstöcken auf, jeweils eines pro Muttertier. Doch diese Fledermausart, die bei uns zu den grössten gehört, steht in der Schweiz auf der Roten Liste der bedorhten Tierarten. Als typische Dachstockfledermaus ist sie von der Quartierzerstörung besonders  betroffen. Doch auch der Rückgang der Insektenbiomasse und der Lebensraumverlust gefährden ihre Bestände.

Dank ehrenamtlichen Fledermausschützenden, welche die Quartiere kontrollieren, die Bestände überwachen und Probleme rechtzeitig erkennen, können rasch Schutzmassnahmen eingeleitet werden. Dies hat erfreulicherweise dazu geführt hat, dass der Bestand der Mausohren in der Schweiz wieder zunimmt. Heute kennen wir rund 100 Dackstöcke, in denen Grosse Mausohren ihre Jungen aufziehen.

Die Veranstaltungen werden von der Stiftung Fledermausschutz in Zusammenarbeit mit den Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten und lokalen Partnern durchgeführt und von der Ernst Göhner Stiftung unterstützt.

Das Hauptanliegen der Stiftung Fledermausschutz ist die nachhaltige Sympathiewerbung für Fledermäuse in der Öffentlichkeit. Das Motto «Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen» gilt ganz besonders für Fledermäuse. Die Stiftung Fledermausschutz schafft mit ihrer Sympathiewerbung die unabdingbare Basis für die dringend notwendigen Schutzmassnahmen, welche nur dann greifen können, wenn die Bevölkerung sie mitträgt.