25 Jahre Bartgeier in der Schweiz: Eine Erfolgsgeschichte

Bartgeier
Nov 08 16:20 2016 Stiftung Pro Bartgeier

Vor 25 Jahren startete im Schweizerischen Nationalpark das Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in der Schweiz. Bis zu den ersten erfolgreichen Wildbruten dauerte es sechzehn Jahre. Seit 2007 wächst der Bestand nun aus eigener Kraft. Dieses Jahr kann die Stiftung Pro Bartgeier mit vier neuen Brutpaaren und insgesamt elf wildgeschlüpften Junggeiern ein Rekordjahr verzeichnen. Weil der Bartgeierbestand noch klein ist, soll er durch weitere Auswilderungen zur Sicherung der genetischen Vielfalt und eine sorgfältige Überwachung weiter gestärkt werden.

Settschient, Moische und Margunet hiessen die drei ersten Bartgeier, die am 3. Juni 1991 im Schweizerischen Nationalpark ausgewildert wurden. Mit dieser Aktion startete damals das ehrgeizige Wiederansiedlungsprojekt in der Schweiz, das auch nach 25 Jahren noch nicht abgeschlossen ist. Die Zwischenbilanz präsentiert sich sehr positiv. Bis heute hat die Stiftung Pro Bartgeier 43 junge Bartgeier erfolgreich ausgewildert. Seit dem Jahr 2007 lassen auch wildgeschlüpfte Bartgeier die noch kleine Schweizer Population wachsen. 2016 waren es erfreuliche elf Jungvögel. Inzwischen sind insgesamt 48 Bartgeier in der Wildnis geschlüpft, was die Zahl der bisher ausgewilderten Vögel übersteigt.

Seit 1986 haben Partner im gesamten Alpenraum insgesamt 210 Bartgeier ausgewildert. Weitere 173 Tiere kamen bisher aus Wildbruten dazu. Der Gesamtbestand wird aktuell auf rund 250 Tiere geschätzt. In der Schweiz und im grenznahen Ausland ist das Projekt besonders gut verlaufen. Alleine in der Schweiz brüten 14 der 33 Brutpaare des gesamten Alpenraums. Weil der Bartgeierbestand jedoch immer noch klein und empfindlich ist, werden die Auswilderungen in der Schweiz im Eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock bei Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden fortgeführt. Ausgewildert werden Jungtiere, die besonders viel zur genetischen Vielfalt des Bestands beitragen.
 



Damit der Erfolg der Wiederansiedlung langfristig sichergestellt werden kann, ist zusätzlich zu den Auswilderungen eine gute Überwachung der Brutvögel und des gesamten Bestandes nötig. Die Stiftung Pro Bartgeier führt diese Arbeiten gemeinsam mit verschiedenen Partnern durch, unter anderen der kantonalen Wildhut und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Ein wichtiges Element sind dabei die alljährlich stattfindenden Internationalen Bartgeier-Beobachtungstage. Diese haben dieses Jahr vom 8.-16. Oktober stattgefunden. Auch Freiwillige sind dabei immer eingeladen mitzuhelfen. Weitere Infos dazu finden Sie auf der entsprechenden Homepage.